Kostrzyn

Kurzer historischer Abriss

Die Geschichte der heutigen polnischen Stadt Kostrzyn ist untrennbar mit dem Schicksal der im Zweiten Weltkrieg untergegangenen, einstigen preußischen "Soldatenstadt" Küstrin verbunden. Infolge der von den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs beschlossenen " Verschiebung der polnischen Westgrenze" bis in die Mitte von Neiße und Oder, wurde das bisher zusammenhängende, an beiden Ufern der Oder befindliche Stadtgebiet von Küstrin durch den Verlauf dieser Grenze geteilt. Während westlich der Oder die nun formal selbstständige Landgemeinde Küstrin-Kietz ( ab 1954 in Kietz umbenannt) entstand, erfolgte hauptsächlich im Bereich des früheren Stadtteils Küstrin-Neustadt, der Aufbau der nun polnischen Stadt Kostrzyn. 

Die "Westverschiebung" Polens war mit einem gigantischen Bevölkerungsaustausch einher gegangen. Während in die nun zu Polen gehörenden Gebiete polnische Familien einzogen, mussten die vormaligen deutschen Bewohner ihre vormalige Heimat quasi von einem Tag auf den anderen über die Grenze in Richtung Westen verlassen.

Es gehört jedoch zur historischen Wahrheit zu erwähnen, dass die polnischen Neuankömmlinge zumeist  zuvor in ihrer eigenen, weit im Osten gelegenen Heimat ähnliche Schicksale wie die Deutschen erleiden mussten. Denn die " Verschiebung" der polnischen Westgrenze sollte, unter anderem,. als Kompensierung für an die Sowjetunion verlorene Territorien in den heutigen Staaten Ukraine und Weißrussland dienen. 

Zu den Leidtragenden dieser Gebietsveränderungen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, gehörten, sowohl auf polnischer als auch auf deutscher Seite der neuen Grenze, einzig und allein die einfachen Menschen. Die, wie so oft in der Geschichte, die Suppe auslöffeln mussten, die ihnen die Politiker eingebrockt hatten.

Ab dem Beginn der Fünfziger Jahre entwickelte sich Kostrzyn zu einem nicht unbedeutenden Industriestandort an der Oder. Für den " relativen Aufschwung" sorgte vor allem die Zellulosefabrik, deren Schornsteine bis weit hinein im Oderbruch zu sehen waren. 

Wie bereits zu " deutschen Zeiten", entdeckte das Militär bereits früh den strategisch wichtigen Standort Kostrzyn für sich. Dabei konnte die polnische Armee auf bereits vorhandene Kasernenanlagen und Übungsplätze zurückgreifen.

Zu einer weiteren wichtigen Säule bei der Entwicklung der Stadt Kostrzyn erwies sich bald auch der im Bereich des vormaligen Bahnhofs Küstrin-Neustadt entstandene Grenzbahnhof Kostrzyn. Mit der Umwandlung in einen deutsch-polnischen Grenzgemeinschaftsbahnhofs, im Jahr 1973, erhielt diese verkehrstechnische Anlage eine zusätzliche erhebliche Aufwertung.

Bis 1990 stieg die Bevölkerungszahl in Kostrzyn auf ca. 20.000 Einwohner an. Die Eröffnung des Straßengrenzübergangs Kostrzyn / Küstrin-Kietz im November 1992, der Beitritt Polens zur " EU" im Mai 2004 und der Wegfall der stationären Binnengrenzkontrollen im Dezember 2007, sorgten in der Folge für einen regelrechten Wirtschaftsboom. So entstand beispielsweise im Norden der Stadt ein großes, von vielen in -und ausländischen Firmen genutztes Gewerbegebiet. 

 

Kostrzyn und Umgebung bieten aus touristischer Hinsicht, dem Besucher eine Vielzahl von Impressionen. Egal, ob man sich für die wechselvolle Geschichte oder die Schönheiten der herrlichen Natur der Umgebung interessiert - hier ist für jeden etwas dabei.

Die ehemalige Altstadt von Küstrin, ein Antikriegsmuseum der besonderen Art

Wer mit eigenen Augen sehen möchte welche Zerstörungen ein Krieg anrichten kann, sollte sich einen Besuch der im Zweiten Weltkrieg völlig zerstörten, später nie wieder aufgebauten ehemaligen Altstadt von Küstrin nicht entgehen lassen.

Von der vormals so prachtvollen Altstadt, sind nichts als Trümmer übrig geblieben. Besonders sinnbildlich wird das Ausmaß der Zerstörung beim Betrachten alter Fotos. Die den einstigen Zustand der Altstadt zeigen. 

 

Die Altstadt von Küstrin weist einige Schauplätze der preußischen Geschichte auf. Zum Beispiel das ehemalige Schloss Küstrin, in denen Fürsten, Könige und Kaiser zu Gast waren. Vom Turm dieses Schlosses musste im November 1730 der damalige Kronprinz Friedrich, der später als König Friedrich II. ( der Große) von Preußen Weltruhm erlangen sollte, die Hinrichtung seines Freundes Hans Hermann von Katte mit ansehen. 

An dieser Stelle fiel das Haupt Leutnant Hans Hermann von Katte.

Vom Kattewall schweift der Blick über die Oder.

Das Berliner Tor gehörte jahrhundertelang zu den Wahrzeichen von Küstrin.

Durch diesen Tunnel verkehrte einst die Straßenbahn.

Auf diesem Sockel befand sich einst die Statue von " Markgraf Hans".

Ein Besuch des " Festungsmuseums" gehört zum krönenden Abschluss jeder Altstadt-Tour zwingend dazu.

Zum Online-Auftritt des Kostrzyner Festungsmuseum: