Kulturhaus der Eisenbahner

 

Das frühere Kulturhaus der Eisenbahner ( heute Kulturhaus Küstriner Vorland) verdankt seine Existenz dem Grenzbahnhof Kietz, in dessen Trägerschaft die Einrichtung jahrzehntelang stand. 

Anfang der Fünfziger Jahre forderte der Gemeinderat den Bau eines Kulturhauses. Hatte doch die Errichtung des Kreiskulturhauses in Seelow bei den Honoratioren entsprechende Begehrlichkeiten geweckt. Normalerweise hätte eine Gemeinde wie das damalige Kietz niemals solch ein Gebäude genehmigt bekommen. Aber auch hier half die durch den Grenzbahnhof gewonnene Bedeutung.

Die " Deutsche Reichsbahn" übernahm die Trägerschaft für den imposanten Bau.

Das Kulturhaus löste in seiner Funktion das kurz nach dem Kriegsende erbaute Volkshaus ab. Dieses befand sich an der Stelle des heutigen Feuerwehrgebäudes.

 

Bildquelle: Marianne Grzyik

 

Das Kulturhaus während der Bauphase, etwa um 1953

 

Herkunft: Unbekannt

 

Und im Jahr 2018.

 

Blick auf die Rückfront des Kulturhauses um 1955. 

 

Bildquelle: Familie Spieckermann

 

Die gleiche Ansicht gut Dreiundsechzig Jahre später 

 

Das Kulturhaus übernahm von Anfang an eine Art " Zwitterrolle".  Einerseits wollte die SED das Gebäude vorwiegend für Versammlungen und Propagandaveranstaltungen nutzen. Gleichzeitig fanden hier auch eine ganze Reihe von Kino -Theater und - Tanzveranstaltungen statt. Des Weiteren fanden Arbeitsgemeinschaften und Vereine unter dem Dach des Kulturhauses ein Domizil. 

 

Bildquelle: Kreisarchiv Märkisch-Oderland

 

 

Als Kulturhausleiter fungierten: 

 

- Herr Füchsel

- Herr Wieseke

- Herr Müller

- Herr Lenz

- Herr Scheel

- Frau Gryzik

- Herr Zickert

- Herr Kuchnia

 

Bildquelle: Marianne Gryzik

 

Die Feierlichkeiten zum 15. Jahrestag der DDR fanden auch im Kulturhaus der Eisenbahner statt.

 

Bildquelle: Kreisarchiv Märkisch-Oderland

 

 

 

Besuch einer chilenischen Delegation im Kulturhaus Kietz. 

 

 

Bildquelle: Kreisarchiv Märkisch-Oderland

 

Auszeichnung verdienter Mitarbeiter des Grenzbahnhofs Kietz, um 1980.

 

 

Bildquelle: Marianne Gryzik

 

 

 

 

Bis zum Anfang der Neunziger Jahre fanden im Kulturhaus noch regelmäßig Disco-Veranstaltungen für die Jugend statt. 

Kietz besaß jedoch keinen guten Ruf in der Umgebung. Das Areal galt für Auswärtige Besucher " als heißes Pflaster".  

Zu einer beliebten Taktik zum Anzetteln einer Prügelei gehörte es, einen optisch Schwächeren damit zu beauftragen, einen "Fremdling" anzurempeln. Sobald sich dieser den vermeintlich leichten Gegner vom Hals halten wollte, sah er sich von einer Gruppe weitaus stärkerer Gäste umringt. 

 

Bildquelle: Kreisarchiv Märkisch-Oderland

Das Kulturhaus im Herbst 1994      Bildquelle: Kreisarchiv Märkisch-Oderland
Das Kulturhaus im Herbst 1994 Bildquelle: Kreisarchiv Märkisch-Oderland

Das Kulturhaus "überlebte" zunächst die Wiedervereinigung Deutschlands.  Im Lauf der Zeit wirkte sich das traditionell enge Verhältnis zwischen der Bahn und dem Kulturhaus negativ aus.  

Der Bedeutungsverlust des Bahnhofs riss auch das Kulturhaus mit in den Abgrund. 1994 verfügte die " Deutsche Bahn AG", Nachfolger der " Deutschen Reichsbahn" und Träger des Kulturhauses, die Schließung des Objekts.  

Vier Jahre später übernahm die neu gegründete Gemeinde Küstriner Vorland die Trägerschaft. Umfangreiche Förderungen und Kredite ermöglichten die Renovierung und den Um und - Ausbau des langsam verfallenden Gebäudes.  1999 erfolgte die Wiedereröffnung.

 

Seitdem fungiert das Kulturhaus wieder als beliebter Veranstaltungsort. Auch wenn die Anzahl der Veranstaltungen mit denen während der Zeit bis 1990, nicht zu vergleichen ist. 

Immer wieder  wird unser Kulturhaus auch von prominenten Persönlichkeiten besucht. Zum Beispiel von dem ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck, der dem Kulturhaus im August 2012 einen Besuch abstattete. 

 

 Gauck beim " Bad in der Menge" vor dem Kulturhaus .

Der Bundespräsident begrüßt eine Einwohnerin von Küstrin-Kietz

Zum Webauftritt des Kulturhauses Küstriner Vorland