Die deutsche Grenzregion-das Oderbruch

Natürlich können wir auf unseren Seiten nicht den gesamten deutschen Teil des Grenzgebietes vorstellen. Wir wollen uns dabei auf die nähere Umgebung von Küstrin-Kietz konzentrieren. 

Küstrin-Kietz gehört zum Oderbruch. Eine Landschaft, die ihre Reize dem Betrachter erst bei näherem Hinsehen präsentiert. Auf dem ersten Blick flach und wenig reizvoll, erweist sich die Landschaft bei näherer Betrachtung als facettenreich, verträumt und manchmal sogar melancholisch. 

100. Jahrestag der Errichtung des Denkmals für Friedrich den Großen in Neutrebbin, am 05. Juni 2004
100. Jahrestag der Errichtung des Denkmals für Friedrich den Großen in Neutrebbin, am 05. Juni 2004

Das Oderbruch ist auch eine Landschaft die eng mit der Geschichte des früheren Königreichs Preußen und vor allem mit der des berühmten Königs Friedrich II., auch als Friedrich der Große oder schlicht " Alter Fritz", verbunden ist. 

Ab 1740 ließ der König die damals noch vorhandenen dichten Wälder des Oderbruchs abholzen, sowie die Sümpfe und Gewässer trockenlegen. Gleichzeitig strömten von überall aus Europa Siedler ins Oderbruch. Überall entstanden neue Dörfer und Straßen. 

Zu den damaligen Ingenieurtechnischen  Meisterleistungen gehörte die Regulierung der Oder. Während der Strom zwischen Güstebiese und Hohensaaten ein neues Bett erhielt, wurde der ursprüngliche Verlauf von Güstebiese über Wriezen -Freienwalde und Oderberg, bei Güstebieser Loose abgeriegelt. Durch diese Maßnahme erhielt die Oder einen schnelleren Abfluß, so dass die alljährlichen Überschwemmungen in Zukunft nur noch selten vorkamen.

Am Genschmarer See bei Friedrichsaue
Am Genschmarer See bei Friedrichsaue

Die Trockenlegung und Besiedlung des Oderbruchs stellte aber auch einen ungeheuren Eingriff in die Natur ein. Sämtliche Arbeiten gingen mit einer heute unvorstellbaren Vernichtung von natürlichem Lebensraum einher. Innerhalb weniger Jahre verschwanden nicht nur die einst dichten Wälder, der größte Teil der Seen, Flussarme und Sümpfe, sondern auch unzählige Tierarten. 

Aber auch für die alteingesessene Bevölkerung bedeutete die unverständlicherweise noch heute unkritisch gefeierte " Kultivierung" eine absolute Katastrophe. Die Fischer verloren ihren Lebensunterhalt. Der Wriezener Fischmarkt, dessen tierische Produkte einst bis nach Italien gehandelt wurden, verlor erheblich an Bedeutung.

Nur an wenigen Stellen, wie am " Weihrauch" bei Friedrichsaue, dem Genschmarer See oder dem Auenwald zwischen Küstrin-Kietz und Reitwein, kann man das ursprüngliche Oderbruch noch erahnen.

Die 450-jährige Weihrauch-Eiche bei Friedrichsaue- der letzte Überlebende des Oderbruch-Urwalds
Die 450-jährige Weihrauch-Eiche bei Friedrichsaue- der letzte Überlebende des Oderbruch-Urwalds

Zu den " natürlichen Zeitzeugen" des Oderbruchs gehört ohne Zweifel die imposante, ca. 450 Jahre alte " Weihrauch-Eiche". Ihren Namen verdankt der knorrige Baum dem benachbarten Wasserlauf. Einem uralten, vor wenigen Jahren wieder renaturierten einstigen Oderarm.

Blick auf den Weihrauch
Blick auf den Weihrauch

Das Oderbruch bietet aber noch weitere interessante Aspekte. Für Fahrradfahrer ist vor allem der Radweg am Oderdamm, zwischen Lebus und Groß Neuendorf, zu empfehlen.

Am Oderdamm bei Küstrin-Kietz
Am Oderdamm bei Küstrin-Kietz

Der unmittelbare Bereich des Oderdamms darf zwischen Lebus und Küstrin-Kietz nur von wenigen Fahrzeugen befahren werden. Außer natürlich von Fahrrädern. 

Oder bei Reitwein im Sommer 2015
Oder bei Reitwein im Sommer 2015

Radwanderer finden hier nicht nur ideale Bedingungen für die Ausübung ihres Hobbys.

Sie werden auch zusätzlich mit einem Blick auf die herrliche Natur an der Oder belohnt.

Oderbruchlandschaft bei Wilhelmsaue
Oderbruchlandschaft bei Wilhelmsaue

Wer Ruhe und Erholung sucht kommt im Oderbruch auf seine Kosten!

Sonnenaufgang an der Oder zwischen Küstrin-Kietz und Reitwein
Sonnenaufgang an der Oder zwischen Küstrin-Kietz und Reitwein

Traurige Berühmtheit erlangte das Oderbruch durch die schweren Kämpfe von Anfang Februar bis Mitte April 1945. Ganz besonders durch die " Schlacht auf den Seelower Höhen", die als eine der schlimmsten ihrer Art im Zweiten Weltkrieg gilt. 

Kein Wunder, dass das Oderbruch bei Experten auch als " riesiger Friedhof" angesehen wird. Ruhen doch hier in der Erde viele tausend Soldaten aus verschiedenen Ländern. Viele Schicksale harren noch immer ihrer Aufklärung.  Auch das gehört zum Oderbruch!

Reste von Gasmaskenbüchsen in den Seelower Höhen bei Dolgelin
Reste von Gasmaskenbüchsen in den Seelower Höhen bei Dolgelin

 

 

 

Weitere Oderbruchbilder von Uwe Bräuning  finden Sie hier: